Chemotherapie-Sensitivitäts- und Resistenz-Testung

und

IPT - Insulin-Potenzierte Therapie





Chemotherapie-Sensitivitäts- und Resistenz-Testung


Durch Einsenden einer Krebsgewebeprobe oder durch einfache Blutabnahme kann bestimmt werden, welche Chemotherapie in Ihrem Falle wahrscheinlich ansprechen wird. Es kann auch bestimmt werden, welche für Sie giftig ist, weil Sie sie schlecht ausscheiden können usw.

Bei der bisherigen Methode ist die Chance recht groß (nämlich meist über 60 Prozent), dass an Ihnen zuerst eine Chemotherapie angewandt wird, auf die Sie gar nicht ansprechen. Sie würde also mehr schaden als nützen. Zudem ist die Chance groß, dass Ihr Blutbild nach den ersten Versuchen bereits so schlecht ist, dass Sie gar keine Chemotherapie mehr bekommen können. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie gleich von Anfang an das richtige Mittel bekommen, wäre dagegen mit der "Chemotherapie-Sensitivitäts- und Resistenz-Testung" mehr als doppelt so hoch! Wenn mit dieser Methode auch nur mit 85%iger Wahrscheinlichkeit das richtige Mittel angegeben wird, so macht dies doch einen großen Unterschied aus, richtig?
Testet man also vorher aus, dann würde man Ihnen mit großer Wahrscheinlichkeit eine Chemotherapie verabreichen, die Ihren Krebs tatsächlich schädigt.
Sie sollten keinesfalls auf diesen Test verzichten, nur weil man Ihnen nichts davon erzählt oder weil die Krankenkasse ihn nicht bezahlt. Der Unterschied für Sie als Patient kann sehr bedeutend sein.

Verwendet man nun weitere Verbesserungen, werden die Aussichten weiter erhöht:


IPT - Insulin-Potenzierte Therapie


Eine weitere Verbesserung der Chemotherapie ist das Verfahren mit dem Namen "IPT". Nicht immer, aber in den meisten Fällen, die mir unterkommen, ist dieses Verfahren der normalen "schulmedizinischen" Chemotherapie vorzuziehen, insbesondere zusammen mit der zuvor beschriebenen Testung.

Um das Verfahren zu verstehen, müssen wir die Wirkungsweise des Insulin näher kennen lernen und Einsicht gewinnen, wie das alles in der Krebstherapie Verwendung finden kann: Was also tut das Insulin?

Wenn wir etwas essen, so gelangen Nährstoffe in das Blut und die Körperflüssigkeiten. Die Leber sorgt dann dafür, dass schließlich die Nährstoffe in optimaler Form zur Verfügung stehen, um die Zellen des Organismus zu versorgen.
Aber wie gelangen die Nährstoffe aus dem Blut in die Zelle hinein? Durch das Insulin, das den Transport in die Zelle hinein ermöglicht.
Wenn der Mensch isst, schüttet die Bauchspeicheldrüse dieses Insulin aus, welches auf dem Blutwege zu allen Zellen gelangt. Dort setzt es sich an der Oberfläche der Zellen fest und öffnet diese für den Nährstoffaustausch.

In der Chemotherapie wird ausgenützt, dass die Krebszellen sich sehr häufig teilen. Chemotherapeutische Substanzen treffen speziell Zellen, die in Vermehrung begriffen sind, nämlich während sie sich in der Phase der Teilung befinden, in der sie sehr empfindlich sind.

Aber ein weiterer wichtiger Punkt wird nicht ausgenützt, was man jedoch unbedingt sollte: Wir wissen, dass die Krebszellen gefräßig sind. Sie fressen dem Organismus zunächst die leichten Nährstoffe weg (Zucker), und wenn das getan ist, fressen sie die Fettdepots auf (die Krebspatienten nehmen bekanntlich ab, werden dünner, kraftloser und eingefallener), und schließlich wird sogar die Muskelmasse weniger, weil die Krebszellen auch diese zu ihrer Nahrung verwendeten. Wieso sind sie überhaupt dazu in der Lage?!
Sie können deswegen "vorrangig" fressen (also vor den übrigen Körperzellen), weil sie wesentlich mehr "Insulinrezeptoren" an ihrer Oberfläche ausgebildet haben! Diese sind sozusagen "Andockstellen" oder "Annahmestellen" für Insulin. Sie haben (dies wurde bei Brustkrebszellen gemessen) ca. sechs Mal so viele Insulin-Andockstellen wie die normale Zelle. Dies ermöglicht es ihnen, sechs Mal gefräßiger zu sein und "vorrangig" Nahrung zu bekommen. Die Nährstoffe gelangen also hauptsächlich zur Krebszelle, weil diese wesentlich mehr Insulin-"Rezeptoren" hat. Wenn ein Krebspatient also Nahrung zu sich nimmt, so wird diese durch das Insulin hauptsächlich (also ca. sechs Mal mehr) zur Krebszelle hingeleitet.

Wie können wir also auch diesen Punkt bei der Behandlung ausnützen? Dies geschieht bei der "IPT" folgendermaßen:
Der Patient kommt nüchtern zur Behandlung. Das bedeutet, dass keine Nährstoffe im Blut vorhanden sind. Sodann wird ihm Insulin verabreicht. Es wird gewartet, bis bestimmte Symptome auftreten und der Blutzucker einen ganz bestimmten niedrigen Wert hat. Das Insulin lagert sich inzwischen an den Insulinrezeptoren an, wesentlich mehr an den Krebszellen als an den gesunden Zellen.

Was passiert nun bei den Zellen, bei welchen sich Insulin anlagert? - Sie glauben natürlich, es sei Essenszeit. Sie werden sehr hungrig. Der Patient verspürt Hunger, aber die Krebszellen sind sechs Mal so hungrig und bereit alles und jedes kritiklos zu verschlingen, was "dahergeschwommen" kommt! Sie sperren sozusagen ihr Mau sperrangelweit auf.
In diesem Zustand des kritiklosen Öffnens wird den Krebszellen nun Chemotherapie verabreicht. Diese wird dabei nur gering dosiert, wesentlich geringen als bei "normaler" Chemotherapie.
Es kommt dabei nicht zu den gefürchteten Nebenwirkungen, 1. wird nur sehr wenig gespritzt und 2. weil das Wenige (wegen der Insulinwirkung) hauptsächlich zu den Krebszellen gelangt.
Dies ist eine äußerst intelligente Löung, wie man den Nutzen der Chemotherapie erhöhen und zugleich den Schaden minimieren kann.

Dabei kommt es als "Nebenwirkung" noch zu weiteren positiven Effekten für den betroffenen Patienten: Da das Insulin ein "ernährendes" Hormon ist, wirkt es dem Krankheitsgeschehen entgegen, nämlich dem körperlichen Verfall, welcher charakteristisch für die Krebskrankheit ist. Die Patienten, welche sich in fortgeschrittenerem Stadium befinden, bekommen wieder Farbe, hören auf abzunehmen, bekommen wieder Appetit und fühlen sich allgemein besser ernährt!
Zudem provoziert das Insulin einen "Adrenalinstoß" während der Behandlung, der dazu beiträgt, das aus der Balance geratene Hormonsystem zu harmonisieren.



Dr. Thomas Kroiss
Heilungschancen bei Krebs - Wegweiser im Krankheitsfall S. 176 - S. 183